Ritualarbeit

Das Wort „Ritual“ hat verschiedenste Bedeutungen: Vom ganz simplen Alltagsritual (wie dem Vorlesen am Abend für Kinder) bis zu religiösen Bräuchen in den verschiedensten Kulturen. Allen Bedeutungen gemeinsam ist, dass das Wort für einen vorhersehbaren, fixen Ablauf mit einem bestimmten Zweck oder Ziel verwendet wird.

Ich verwende das Wort Ritual deshalb für meine Arbeit, weil es den Ablauf der individuell geplanten Einzelsitzungen am Besten umschreibt:

Nur ein Thema wird bearbeitet. Und meistens auch nur dieses eine Mal!

Am Anfang gehen wir in die Stille, um ins Hier und Jetzt zu kommen. Wir lassen den Alltag hinter uns und konzentrieren uns ganz auf die im Vorgespräch erfasste Fragestellung.
Dies geschieht mittels einfachen Körper- und Atemübungen.
Bei entsprechenden Vorerfahrungen auch gerne mittels Meditation, Visualisation oder Gebet.

Kern des Rituals ist die zu Ihrer Fragestellung passende Übung.
Das kann eine Arbeit am Rad der vier Richtungen nach Daan van Kampenhout, eine Aufstellung im Raum, eine geführte Visualisation oder (nur bei Vorerfahrung und auf ausdrücklichen Wunsch) eine Technik aus dem Schamanismus  sein.

Zum Abschluss gehen wir wieder in die Stille.

Eine sehr kurze Reflexion über den Prozess (dringende Fragen, bedeutsame Erkenntnisse) schließt diese Einheit ab.

Das Nachgespräch findet erst einige Tage später statt, um den  seelischen Prozess, der in Gang gekommen ist, nicht zu stören.

Die Sprache der Seele – oft ausgedrückt in inneren Bildern, die Träumen oder Märchen ähneln  – ist meistens nicht mit unserer Alltagssprache kompatibel. Deshalb wäre es gut, in den Tagen danach auf intensives verbales Nacherzählen, vor allem aber auf ein „Zerpflücken und Rationalisieren“ zu verzichten.
Jede dieser Erfahrungen ist einzigartig – deshalb kann sie Außenstehenden schwer vermittelt werden.
Sehr gerne können Sie aber vertraute Personen, von denen Sie wissen, dass sie einen solchen Ablauf unterstützend begleiten können, mitbringen. Auch da gilt aber die Regel, den Prozess lieber erst ein paar Tage später zu besprechen (zu „rationalisieren“).
Die eigentliche Wirkung eines Rituals wird oft erst nach geraumer Zeit sicht- und spürbar.

Selbstverständlich gibt es im Rahmen meiner Praxis genügend Zeit und Raum um den Prozess in Ruhe zu reflektieren.